Die wichtigsten Grundlagen für den Investmenteinstieg – Geld investieren für Anfänger
Viele Menschen kennen dieses Gefühl. Auf dem Bankkonto sammelt sich langsam etwas Geld an. Vielleicht stammt es aus einem Bonus, einer Gehaltserhöhung oder einer Erbschaft und irgendwann stellt sich die Frage: Sollte ich mein Geld einfach liegen lassen oder lieber investieren? Gibt es einen Weg Geld als Anfänger zu investieren?
Genau an diesem Punkt stehen viele Menschen. Nicht, weil ihnen das Geld fehlt, sondern weil sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Aktien. ETFs. Immobilien. Anleihen. Die Möglichkeiten scheinen nahezu unbegrenzt. Sie müssen nicht alles wissen, um erfolgreich zu investieren, sie brauchen vor allem eine gute Strategie für Ihren Einstieg. Wir zeigen Ihnen alle wichtigen Anlageformen, Portfoliodiversifikation und Markteinblicke, mit welchen Sie Ihre Strategie aufbauen können.
Warum überhaupt investieren?
Wer Geld langfristig nur auf dem Girokonto liegen lässt, fühlt sich oft sicher. Tatsächlich verliert das Vermögen jedoch durch die Inflation über die Jahre an Kaufkraft. Ein Blick in die Vergangenheit macht das deutlich.
Im Jahr 2000 konnte man sich für 100 Euro deutlich mehr kaufen als heute. Durch die Inflation ist das allgemeine Preisniveau seitdem stark gestiegen. Wer sein Geld seit 2000 unverzinst liegen ließ, verlor bis heute rund ein Drittel seiner Kaufkraft. 100 Euro entsprechen heute nur noch etwa 65 Euro Kaufkraft.
Investieren bedeutet deshalb nicht nur, Rendite erzielen zu wollen. Es bedeutet vor allem, die Kaufkraft des eigenen Vermögens langfristig zu erhalten. Weitere Informationen finden Sie im vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Verbraucherpreisindex: Verbraucherpreisindex und Inflationsrate (Destatis)
Der häufigste Anfängerfehler
Viele Einsteiger stellen dieselbe Frage: Was ist die beste Geldanlage?
Die ehrlichste Antwort lautet, die beste Geldanlage gibt es nicht.
Erfolgreiche Anleger suchen nicht nach dem perfekten Investment. Sie bauen ein Portfolio auf, das zu ihren persönlichen Zielen passt. Genau deshalb setzen professionelle Investoren selten alles auf eine einzige Anlageklasse. Sie kombinieren verschiedene Bausteine.
Weiterlesen: Warum Asset Allocation wichtiger ist als die einzelne Geldanlage
Welche Geldanlagen gibt es?
Bevor Sie ein Investment tätigen, lohnt es sich, die wichtigsten Anlageformen zu betrachten und das Investmentkonzept und die Mechanismen der Anlage zu kennen.
Tagesgeld und Festgeld
Beim Tagesgeld legen Sie Ihr Geld auf einem verzinsten Konto an. Die Bank kann dieses Kapital für ihre Geschäfte nutzen und zahlt Ihnen dafür Zinsen, die aber vergleichsweise gering erscheinen.
Gleichzeitig bleibt Ihr Guthaben in der Regel täglich verfügbar und ist bis zur gesetzlichen Grenze durch die Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt und gilt als vergleichsweise sicher. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie beispielsweise bei der BaFin.
Aktien
Mit einer Aktie beteiligen Sie sich an einem Unternehmen. Langfristig bieten Aktien attraktive Renditechancen und sind täglich handelbar. Gleichzeitig unterliegen sie stärkeren Kursschwankungen. Wer in Aktien investiert, sollte deshalb Zeit mitbringen und kurzfristige Rückgänge aushalten können.
ETFs
ETFs bündeln viele verschiedene Unternehmen in einem einzigen Produkt. Durch die breite Streuung auf viele Unternehmen können ETFs das Risiko einzelner Aktien reduzieren. Marktschwankungen bleiben jedoch auch bei ETFs bestehen. Gerade für Einsteiger gelten ETFs deshalb häufig als einfacher Einstieg in den Kapitalmarkt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie ebenfalls bei der BaFin.
Anleihen
Mit einer Anleihe verleihen Sie Ihr Geld einem Staat oder einem Unternehmen. Dafür erhalten Sie regelmäßige Zinszahlungen und wissen häufig bereits beim Kauf, wie lange Ihr Kapital angelegt ist. Durch die gestiegenen Zinsen erleben Anleihen derzeit eine Renaissance.
Weiterlesen: In Anleihen investieren – Chancen, Risiken und Strategien
Immobilien
Immobilien gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Kapitalanlagen. Sie können laufende Mieteinnahmen ermöglichen und langfristig an Wert gewinnen. Allerdings erfordern sie häufig einen hohen Kapitaleinsatz und bringen Verantwortung mit sich.
Weiterlesen: Immobilien als Kapitalanlage
Immobilienanleihen
Nicht jeder möchte Vermieter oder Eigentümer einer Immobilie werden. Immobilienanleihen ermöglichen es Anlegern, am Immobilienmarkt teilzuhaben, ohne selbst eine Immobilie kaufen oder verwalten zu müssen. Sie können regelmäßige Zinserträge in einer Festlaufzeit bieten und ein Portfolio sinnvoll ergänzen.
Weiterlesen: Immobilienanleihen einfach erklärt
Private Equity, Beteiligungen und Alternative Investmentfonds
Bei diesen Anlageformen beteiligen sich Anleger unmittelbar an Unternehmen oder Projekten. Sie bieten interessante Renditechancen, gehen jedoch häufig mit höheren Risiken und längeren Laufzeiten einher. Das investierte Kapital ist oftmals über viele Jahre, meist 10-15 Jahre, gebunden und eignet sich deshalb eher für erfahrene Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont.
Lebens- und Rentenversicherungen
Auch Lebens- und Rentenversicherungen können beim langfristigen Vermögensaufbau eine Rolle spielen. Sie eignen sich insbesondere für Anleger, die regelmäßig Kapital ansparen und gleichzeitig bestimmte Risiken absichern möchten. Je nach Tarif unterscheiden sich jedoch Kosten, Flexibilität und Renditechancen deutlich. Deshalb lohnt sich ein sorgfältiger Vergleich. Unter steuerlichen Gesichtspunkten können Versicherungen zudem Vorteile bieten.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Investieren?
Viele Anleger warten auf den perfekten Moment, doch den gibt es selten. Niemand weiß zuverlässig, wann Börsen steigen oder fallen. Deshalb beginnen viele erfolgreiche Investoren möglichst früh und investieren regelmäßig. Langfristig ist der Faktor der Zeit häufig wichtiger als der perfekte Einstiegszeitpunkt.
Die Bedeutung der Risikostreuung
Stellen Sie sich vor, Ihr gesamtes Vermögen steckt in einer einzigen Aktie. Gerät dieses Unternehmen in Schwierigkeiten, verliert Ihr Vermögen möglicherweise erheblich an Wert. Deshalb verteilen erfahrene Anleger ihr Kapital auf verschiedene Anlageklassen:
Aktien. Anleihen. Immobilien. Liquidität.
Diese Mischung hilft, Risiken besser zu verteilen.
Weiterlesen: Warum Asset Allocation wichtiger ist als die einzelne Geldanlage
Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine Rolle
Immer mehr Anleger möchten nicht nur Rendite erzielen. Sie möchten auch wissen, welche Unternehmen oder Projekte sie mit ihrem Geld unterstützen. Nachhaltige Geldanlagen können dabei eine interessante Möglichkeit für Investoren sein. Entscheidend für ein Investment bleibt jedoch auch hier eine sorgfältige Analyse. Nachhaltigkeit bei einer Investition allein ersetzt keine gute und langfristige Anlagestrategie.
Weiterlesen: Nachhaltige Geldanlage
Mit kleinen Beträgen beginnen
Ein weiterer Irrtum lautet, dass man zum Investieren viel Geld braucht. Das stimmt heute nicht mehr. Viele Anlageformen ermöglichen bereits mit kleinen Beträgen den Einstieg. Viel wichtiger als die Höhe des ersten Investments ist die Bereitschaft, regelmäßig zu investieren und langfristig dranzubleiben.
Zusammenfassung und Fazit
Der Einstieg in die Welt der Geldanlage muss nicht kompliziert sein, niemand muss Börsenprofi oder Immobilienexperte sein, um Geld als Anfänger zu investieren und langfristig Vermögen aufzubauen. Viel wichtiger als das perfekte Investment sind eine klare Strategie, Geduld und eine breite Streuung des Vermögens.
Erfolgreiche Investoren beginnen selten mit der Frage, welche Geldanlage aktuell die höchste Rendite verspricht. Sie fragen sich zuerst, welche Strategie langfristig zu ihren persönlichen Zielen passt. Genau dort beginnt erfolgreicher Vermögensaufbau.
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