Due Diligence einfach erklärt.

So prüfen erfolgreiche Investoren Unternehmen & Projekte

Vertrauen ist gut. Due Diligence ist besser.

Würden Sie ein Haus kaufen, ohne es vorher zu besichtigen? Wahrscheinlich nicht. Sie würden wissen wollen, ob das Dach dicht ist, die Heizung funktioniert und ob in den kommenden Jahren größere Sanierungen anstehen. Genau nach diesem Prinzip handeln auch professionelle Investoren.

Bevor sie Geld investieren, prüfen sie Unternehmen, Immobilien oder Projekte möglichst gründlich. Ziel ist es, Chancen und Risiken besser einschätzen zu können und unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Diese sorgfältige Prüfung wird “Due Diligence“ genannt. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „gebotene Sorgfalt“.

Doch was verbirgt sich dahinter und warum spielt Due Diligence bei vielen Investitionsentscheidungen eine so wichtige Rolle? Welche Kennzahlen sollten geprüft werden? In unserem Artikel erfahren Sie alles rund um das Thema und erhalten eine Checkliste mit den wichtigsten Kennzahlen für die Prüfung Ihres nächsten Investments.

Warum ist Due Diligence so wichtig?

Stellen Sie sich zwei Immobilienprojekte vor, beide versprechen ähnliche Renditen.

Das erste Projekt befindet sich in einer wachsenden Region, verfügt über alle Genehmigungen und wird von einem erfahrenen Projektentwickler umgesetzt.

Beim zweiten Projekt fehlen wichtige Unterlagen, die Finanzierung ist noch nicht vollständig gesichert und der Zeitplan wirkt sehr optimistisch.

Auf den ersten Blick sehen beide Investments ähnlich aus. Eine Due Diligence macht jedoch sichtbar, wo Unterschiede liegen und welche Risiken sich hinter einem Projekt verbergen können.

Was wird bei einer Due Diligence geprüft?

Je nach Investment unterscheiden sich die Schwerpunkte, typischerweise werden unter anderem folgende Bereiche analysiert.

Das Unternehmen

  • wirtschaftliche Entwicklung
  • Jahresabschlüsse
  • Eigenkapital
  • Liquidität
  • Management
  • Erfahrung

Das Projekt

  • Standort
  • Marktanalyse
  • Genehmigungen
  • Zeitplan
  • Baukosten
  • Finanzierung

Rechtliche Aspekte

  • Verträge
  • Eigentumsverhältnisse
  • Genehmigungen

Wirtschaftliche Risiken

  • Marktumfeld
  • Wettbewerb
  • Zinsentwicklung
  • Kostenentwicklung

Due Diligence bei Immobilien

Gerade bei Immobilieninvestitionen spielt eine sorgfältige Prüfung eine entscheidende Rolle. Neben der Immobilie selbst werden beispielsweise folgende Fragen beantwortet.

• Ist der Standort langfristig attraktiv?
• Wie entwickelt sich die Region?
• Sind alle Genehmigungen vorhanden?
• Ist die Finanzierung solide aufgebaut?
• Wie erfahren ist der Projektentwickler?

Weiterlesen: Immobilien Investment – Chancen, Risiken und Rendite

Due Diligence bei Immobilienanleihen

Auch bei Immobilienanleihen lohnt sich ein genauer Blick. Hier prüfen professionelle Investoren nicht nur das Unternehmen, sondern auch das konkrete Immobilienprojekt. Sind zusätzlich Banken an der Finanzierung beteiligt, kann das ein Hinweis darauf sein, dass das Projekt bereits intensiv geprüft wurde. Banken analysieren in der Regel Wirtschaftlichkeit, Finanzierung und Risiken sehr sorgfältig, bevor sie Kapital bereitstellen.

Weiterlesen: Immobilienanleihen einfach erklärt

Due Diligence | NaturResidenz Private Placement
Due Diligence | Q58 | UNIVERS Capital
Due Diligence | NaturResidenz | UNIVERS Capital

Ihre Due Diligence-Checkliste

Wichtige Kennzahlen zur Prüfung

  • Kaufpreis

    Ist der Kaufpreis im Verhältnis zum Wert der Immobilie angemessen?

  • Grundstückskosten

    Wie hoch sind die Grundstückskosten und welchen Anteil machen sie am Gesamtprojekt aus?

  • Baukosten

    Sind die kalkulierten Baukosten realistisch und ausreichend abgesichert?

  • Projektvolumen

    Wie hoch ist das gesamte Investitionsvolumen des Projekts?

  • Beleihung

    Wie hoch ist der Fremdkapitalanteil im Verhältnis zum Immobilienwert?

  • Eigenkapital

    Wie viel Eigenkapital bringt der Projektentwickler selbst ein?

  • Fremdkapital

    Wie hoch ist die Fremdfinanzierung und zu welchen Konditionen wurde sie aufgenommen?

  • Verkaufspreise

    Sind die kalkulierten Verkaufspreise durch Markt- und Vergleichsdaten plausibel?

  • Erwartete Marge

    Welche Marge wird nach Abzug aller Projektkosten erwartet?

  • Zinskosten

    Wie stark belasten die Finanzierungskosten das Projekt und die erwartete Rendite?

Due Diligence ersetzt keine Anlagestrategie

Eine sorgfältige Prüfung ist wichtig, sie ersetzt jedoch keine langfristige Anlagestrategie. Auch ein hervorragend geprüftes Investment sollte immer zu Ihren persönlichen Zielen, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Gesamtportfolio passen.

Zusammenfassung & Fazit

Due Diligence bedeutet nicht, jedes Risiko auszuschließen. Sie hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, Chancen besser einzuschätzen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Ob Aktien, Immobilien, Unternehmensanleihen oder Immobilienprojekte, je besser Sie sich vor einer Investition informieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Entscheidung auf einer soliden Grundlage beruht. Deshalb gehört Due Diligence zu den wichtigsten Werkzeugen erfolgreicher Investoren.

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